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Kurzes Resümee
- Naturstein ist robust, aber je nach Steinart empfindlich gegenüber Säuren, starken Alkalien und Scheuermitteln.
- Kalkhaltige Steine wie Marmor und Travertin brauchen pH-neutrale bzw. mild alkalische Natursteinreiniger und eine besonders sanfte Behandlung.
- Poröse Steine (z.B. Sandstein, Travertin, Schiefer) sind fleckenanfällig und profitieren stark von Imprägnierung/Versiegelung sowie wenig Wasser bei der Reinigung.
- Unterhaltsreinigung (Fegen/Saugen, nebelfeucht wischen) verhindert das Festsetzen von Schmutz; Grundreinigung ist sinnvoll bei Glanzverlust, Flecken oder Ablagerungen.
- Professionelle Reinigung arbeitet mit abgestimmten Reinigern, Maschinen und Polierpads – inklusive optionaler Glanzaufbereitung und Schutzanstrich.
- Kosten hängen u.a. von Fläche, Verschmutzung, Steinart, Zusatzleistungen und Anfahrt ab; Richtwerte sind nur nach Besichtigung seriös einzuordnen.
Natursteine wie Marmor, Granit, Sandstein oder Travertin geben Wohnräumen, Terrassen und Arbeitsflächen eine hochwertige, natürliche Ausstrahlung. Damit Steinböden, Terrassenplatten und Arbeitsplatten langfristig schön bleiben, kommt es auf die richtige Reinigung und Pflege an. Unpassende Putzmittel oder zu grobe Methoden können Oberflächen matt wirken lassen oder sogar dauerhaft beschädigen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Marmor, Granit & Co. schonend reinigen und pflegen – mit Profi-Hinweisen, konkreten Leistungen und praktischen Anleitungen für die passende Pflege von Natursteinoberflächen.
Warum schonende Natursteinreinigung wichtig ist
Naturstein gilt als langlebig, ist aber keineswegs unverwundbar. Sobald falsche Reinigungsmittel eingesetzt werden oder zu hart geschrubbt wird, entstehen schnell sichtbare Schäden. Besonders kalkhaltige Natursteine (z.B. Marmor, Travertin, Kalkstein) reagieren stark auf Säuren: Selbst „harmlose“ Hausmittel wie Zitrone oder Essig können Ätzspuren und stumpfe Stellen hinterlassen. Granit und andere quarzhaltige Steine sind zwar widerstandsfähiger, können aber bei zu aggressiver alkalischer oder scheuernder Reinigung ebenfalls ihren Glanz verlieren.
Wer Naturstein dauerhaft wertschonend reinigen möchte, sollte typische Risiken kennen und konsequent vermeiden. Ein professioneller Ansatz – mit passenden Produkten, Maschinen und Erfahrung – sorgt dafür, dass die natürliche Optik erhalten bleibt und die Oberflächen nicht überbeansprucht werden.
Worauf Sie bei Naturstein besonders achten sollten
Chemische Empfindlichkeit: Säuren (z.B. Zitronensäure, Essig, saure Fliesenreiniger) können kalkhaltige Steine anätzen; starke Alkalien und Scheuermittel fördern matte Stellen und Kratzer.
Porosität & Flecken: Poröse Steine (z.B. Sandstein, roher Kalkstein) saugen Flüssigkeiten auf – Rotwein, Kaffee oder Öl sollten sofort entfernt werden, sonst entstehen hartnäckige Flecken.
Langfristiger Werterhalt: Regelmäßige, fachgerechte Reinigung und Pflege erhalten Struktur, Farbe und Glanz; Vernachlässigung begünstigt Glanzverlust, Risse und Ausbrüche.
Natursteinarten und ihre Pflegeeigenschaften
Naturstein ist nicht gleich Naturstein: Zusammensetzung, Härte und Saugverhalten unterscheiden sich deutlich. Deshalb braucht jede Steinart eine passende, „maßgeschneiderte“ Pflege. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Natursteine und worauf bei der Reinigung besonders zu achten ist.
Marmor und andere Kalksteine (Travertin, Sandstein)
Marmor und verwandte kalkhaltige Steine (z.B. Travertin, Onyx, Kalksandstein) bestehen überwiegend aus Calciumkarbonat. Sie wirken besonders edel, sind aber empfindlich gegenüber Säuren. Für diese Oberflächen sind pH-neutrale oder mild alkalische Reiniger geeignet, die ausdrücklich für Naturstein gedacht sind.
Wichtig: Hausmittel wie Essig, Zitrone, Cola oder andere säurehaltige Produkte sind tabu – sie können die Oberfläche anätzen, Flecken verursachen oder den Glanz dauerhaft stumpf wirken lassen.
Zusätzlich sind viele Kalksteine relativ weich und kratzanfällig. Verzichten Sie auf Scheuerschwämme, Stahlbürsten oder harte Pads. Entfernen Sie groben Schmutz sanft, z.B. mit Staubsauger oder weichem Besen. Bei stärkeren Verschmutzungen werden milde, steingerechte Reinigungsprodukte und (bei professioneller Reinigung) moderne Einscheibenmaschinen mit weichen Pads eingesetzt, die den Stein reinigen, ohne ihn aufzurauen.
Nach Reinigung und vollständigem Trocknen ist bei Kalkstein häufig eine Imprägnierung sinnvoll, um das Eindringen von Wasser und Fett zu reduzieren.
Granit und andere silikatische Gesteine
Granit, Quarzit, Gneis und ähnliche Gesteine sind deutlich härter und meist weniger empfindlich als Kalkstein. Da sie überwiegend aus Silikaten bestehen, vertragen sie in der Regel auch etwas alkalischere, steinverträgliche Reiniger. Für die Grundreinigung kommen professionelle, sichere Produkte zum Einsatz, die Schmutz sowie organische Rückstände (z.B. Öl, Fett, Staub) lösen, ohne den Stein anzugreifen.
Trotz der Robustheit gilt: Keine aggressiven Säuren, keine Bleichmittel und keine scheuernden Substanzen. Auch Granit kann bei falscher Behandlung matte Flecken oder sichtbare Veränderungen bekommen.
Für den Alltag genügt oft trockenes Fegen bzw. Saugen. Anschließend kann nebelfeucht mit warmem Wasser gewischt werden. Bei normaler Verschmutzung reicht ein pH-neutraler Steinreiniger. Hartnäckige Flecken werden professionell mit speziellen Produkten und passenden Polierpads behandelt, um den ursprünglichen Glanz wieder hervorzuheben.
Granit muss seltener imprägniert werden als porösere Steine, profitiert aber dennoch gelegentlich von einem Schutzanstrich, der Fett und Wasser abweist.
Poröse und stark saugende Natursteine (Sandstein, Travertin, Schiefer)
Sandstein, Travertin, Schiefer oder Tuff sind oft stark porös und nehmen Flüssigkeiten schnell auf. Dadurch steigt das Risiko von Flecken deutlich. Gerade zu Beginn ist eine fachgerechte Versiegelung oder Imprägnierung sehr empfehlenswert – idealerweise durch einen Fachbetrieb.
Bei der Reinigung gilt: vorsichtig arbeiten, geeignete Steinreiniger verwenden und mit wenig Wasser auskommen. Zu viel Feuchtigkeit kann in die Kapillaren ziehen und unter Umständen Kalkschleier oder Rückstände begünstigen. Nach dem Reinigen sollten solche Oberflächen gut trocknen; verbleibende Feuchtigkeit sowie Reinigungsreste werden am besten zügig abgewischt.
Bei stark verschmutzten Sandsteinflächen, etwa im Außenbereich (Grünbelag, Algen) oder bei ausgeprägten Ablagerungen, werden spezialisierte Reiniger genutzt. Hochdruckreiniger können in bestimmten Situationen helfen, müssen jedoch äußerst kontrolliert eingesetzt werden, damit die Oberfläche nicht aufraut. Professionelle Geräte arbeiten mit dosiertem Druck und bei Bedarf auch mit Heißwasser, um Schmutz und Bewuchs schonend zu lösen.
Auf raueren Steinen wird nach der Reinigung häufig erneut imprägniert oder ein Farbtonvertiefer aufgetragen, damit die Oberfläche langfristig widerstandsfähig bleibt.
Unterhaltsreinigung vs. Grundreinigung
Für dauerhaft schöne Natursteinflächen ist es wichtig, zwischen der regelmäßigen Alltagsreinigung (Unterhaltsreinigung) und der gelegentlichen Tiefenreinigung (Grundreinigung) zu unterscheiden. Beide Maßnahmen ergänzen sich: Die Unterhaltsreinigung verhindert, dass sich Schmutz festsetzt, während die Grundreinigung tiefsitzende Ablagerungen, Flecken und Glanzverlust professionell behandelt.
Eine sinnvolle Kombination aus schonender Selbstreinigung und gelegentlicher Grundreinigung hält Naturstein langfristig in sehr gutem Zustand. Nach einer Grundreinigung ist zudem häufig eine erneute Imprägnierung empfehlenswert, um zusätzlichen Schutz aufzubauen.
Unterhaltsreinigung (Alltag)
Im Alltag reicht meist regelmäßiges Fegen oder Staubsaugen, damit Sand, Staub und Krümel nicht zur Belastung für die Oberfläche werden. Bei Bedarf wischen Sie mit einem gut ausgewrungenen Mopp oder einem weichen Tuch nebelfeucht nach. Verwenden Sie lauwarmes Wasser und – abhängig von der Steinart – einen milden, pH-neutralen Steinreiniger.
Regelmäßiges, sanftes Wischen reduziert das Risiko, dass Schmutz anhaftet und Flecken entstehen. Wichtig ist dabei, überschüssiges Wasser zu vermeiden und die Fläche nicht „zu nass“ zu behandeln.
Grundreinigung (Tiefenreinigung)
Wenn der Glanz sichtbar nachlässt oder sich hartnäckige Ablagerungen gebildet haben, ist eine professionelle Grundreinigung sinnvoll. Typische Fälle sind z.B. Zementschlieren nach Renovierungen, Ölflecken in Küchen oder Grünbewuchs im Außenbereich.
Bei der Grundreinigung entfernt Fachpersonal tiefsitzenden Schmutz mit abgestimmten Reinigern und Maschinen. Häufig kommen Stein- oder Poliermaschinen zum Einsatz: Ein geeigneter Grundreiniger wird aufgetragen und mit einem rotierenden Pad intensiv eingearbeitet. Danach wird der gelöste Schmutz abgesaugt und die Fläche mit klarem Wasser neutralisiert, damit keine Rückstände zurückbleiben.
Je nach Zustand können auch leichte Kratzer herauspoliert werden, sodass Farbton und Glanz wieder klarer sichtbar werden.
Professionelle Natursteinreinigung: Ablauf und Leistungen
- Schritt 1 Kostenlose Besichtigung & Beratung: Vor Ort werden Steinart, Verschmutzungsgrad und Problemstellen (z.B. Kratzer, Flecken) geprüft. Danach erhalten Sie ein unverbindliches Angebot und eine Empfehlung, ob Grundreinigung ausreicht oder zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sind.
- Schritt 2 Vorbereitung: Wenn möglich, werden Möbel und Hindernisse entfernt (auf Wunsch als Service). Empfindliche Bereiche (z.B. Möbel, Leisten, Steckdosen) werden abgedeckt bzw. abgedichtet. Anschließend wird die Fläche gesaugt oder gefegt, damit lose Partikel entfernt sind.
- Schritt 3 Gründliche Reinigung: Die Fläche wird abschnittsweise mit steingerechten Spezialreinigern (pH-neutral oder bei Bedarf mild alkalisch) behandelt. Moderne Maschinen (z.B. Einscheibenmaschinen sowie geeignete Hochdruck- bzw. Dampfreinigungsgeräte) lösen Schmutz schonend, ohne übermäßigen Druck oder unkontrollierte Hitze. Flecken werden punktuell mit passenden Spezialprodukten behandelt (z.B. Zementschleierentferner für Kalkreste, Algen-/Pilzentferner für Außenflächen, Lösemittel für Fettflecken) – stets abgestimmt auf den Naturstein.
- Schritt 4 Abspülen und Politur: Nach dem Lösen des Schmutzes wird mit klarem Wasser gespült und sorgfältig abgezogen, damit keine Reinigungsrückstände verbleiben. Bei Bedarf erfolgt eine Politur mit weichen Pads, um kleine Kratzer zu reduzieren und den Glanz – insbesondere bei Marmor und Granit – sichtbar aufzufrischen.
- Schritt 5 Optional: Schutzanstrich: Auf Wunsch wird imprägniert oder versiegelt. Ein geeignetes Mittel wird auf die saubere, trockene Oberfläche aufgetragen. Je nach Produkt dringt es in die Poren ein oder bildet einen dünnen Schutzfilm – das erschwert das Eindringen von Flüssigkeiten, Fett und Schmutz und erleichtert spätere Reinigungen deutlich.
- Schritt 6 Abschließende Kontrolle: Zum Abschluss wird das Ergebnis gemeinsam geprüft, letzte Rückstände werden entfernt und der Bereich wird aufgeräumt. Auf Wunsch erhalten Sie eine Pflegeanleitung, damit Ihre Natursteinfläche im Alltag langfristig gut erhalten bleibt.
Alle eingesetzten Reinigungsmittel und Maschinen werden passend zur Steinart ausgewählt, damit angrenzende Materialien (z.B. Fugen, Silikon, Metalle) möglichst nicht beeinträchtigt werden.
Unsere Leistungen im Überblick
Reinigungsmittel und Maschinen werden vom Fachbetrieb mitgebracht. Ziel ist eine gründliche, aber materialschonende Reinigung: Mit Erfahrung lässt sich für jede Steinart die passende Reinigungsstärke und das richtige Pad wählen, um ein sauberes, natürliches Ergebnis zu erzielen – ohne die Oberfläche unnötig zu strapazieren.
Kosten der Natursteinreinigung – wovon hängt der Preis ab?
Die Kosten einer professionellen Natursteinreinigung können stark variieren. Entscheidend sind mehrere Faktoren – von der Fläche bis zu Zusatzleistungen wie Polieren oder Imprägnierung. Ein verbindlicher Preis ist seriös meist erst nach Besichtigung und genauer Abstimmung möglich.
Typische Preisfaktoren
- Flächengröße: Je mehr Quadratmeter gereinigt werden, desto höher der Gesamtpreis; häufig wird pro Quadratmeter kalkuliert oder als Pauschale angeboten.
- Verschmutzungsgrad: Regelmäßig gepflegte Böden sind günstiger als stark verschmutzte Flächen, alte Flecken, Zementschleier oder erosionsbedingte Probleme – diese erfordern mehr Zeit und Spezialreiniger.
- Steinart: Empfindliche Steine (z.B. Marmor, Sandstein) benötigen oft eine feinfühligere, aufwändigere Behandlung als robustere Steinarten; auch der Untergrund kann den Aufwand beeinflussen.
- Zusatzleistungen: Polieren, Imprägnieren/Versiegeln oder detailliertere Restaurierungsarbeiten (z.B. Fugenarbeiten, kleine Reparaturen) erhöhen Aufwand und Preis, können aber separat angeboten werden.
- Anfahrt und Zeit: Standort, Termin und ggf. Einsätze außerhalb üblicher Zeiten beeinflussen die Kosten; oft wird mit Stundensätzen kalkuliert, die Anfahrt und Material einschließen.
Orientierungswert (Beispiel)
Als grobe Richtgröße wird die Reinigung von Bodenflächen häufig nach Quadratmetern berechnet. Für eine einfache Unterhaltsreinigung von Marmor oder Granit werden in vielen Fällen etwa 10–15 Euro pro Quadratmeter als Orientierung genannt. Bei hartnäckigen Fällen und Extras (z.B. Polieren, mehrere Reinigungsdurchgänge) kann der Preis entsprechend höher ausfallen.
Wichtig: Diese Zahlen sind nur beispielhaft. Ein verbindliches Angebot sollte nach einer Besichtigung und konkreter Absprache erstellt werden, damit Leistungen und Aufwand realistisch bewertet werden.
Mythen und Irrtümer in der Natursteinpflege
Rund um Naturstein halten sich viele „Tipps“, die in der Praxis eher schaden als helfen. Die folgenden Irrtümer sind besonders verbreitet – und lassen sich mit etwas Hintergrundwissen leicht vermeiden.
Häufige Mythen – und was wirklich stimmt
- Mythos: „Essig und Zitrone reinigen Naturstein schonend, weil sie natürlich sind.“ Wahrheit: Säuren greifen kalkhaltige Steine an. Auf Marmor oder Kalkstein entstehen matte, helle Ätzspuren; auch Granit kann bei wiederholter falscher Behandlung an Glanz verlieren. Nutzen Sie stattdessen lauwarmes Wasser und einen neutralen Steinreiniger.
- Mythos: „Backpulver oder Natron ist mild, das geht immer.“ Wahrheit: Natron/Backpulver wirkt basisch, kann aber gleichzeitig fein abrasiv sein. Auf polierten Flächen entstehen Mikroschäden, der Glanz leidet. Bei Marmor- oder Granitoberflächen sind passende Steinreiniger die sicherere Wahl.
- Mythos: „Stahlwolle oder Scheuerschwämme entfernen hartnäckigen Schmutz am schnellsten.“ Wahrheit: Harte Hilfsmittel verursachen Kratzer, die auf glänzenden Oberflächen sofort sichtbar werden. Besser sind weiche Tücher oder sehr sanfte Pads; schwierige Verschmutzungen werden mit abgestimmter Chemie und maschinellen Verfahren gelöst.
- Mythos: „Imprägnierung/Versiegelung ist unnötig – nur Werbung.“ Wahrheit: Für viele Steine ist Schutz sinnvoll. Imprägnierungen dringen in Poren ein und machen sie wasser- und schmutzabweisender, ohne die Optik stark zu verändern. Besonders bei porösen Steinen sowie in Küchen, Bädern und Außenbereichen hilft das gegen Flecken und erleichtert die Reinigung. Versiegelungen bilden eher einen Film und werden seltener benötigt, da sie die Haptik verändern können.
- Mythos: „Ein Reiniger passt für alle Natursteine.“ Wahrheit: Natursteinarten unterscheiden sich chemisch. Was für Granit funktioniert, kann bei Marmor Schaden anrichten. Achten Sie auf Produkte, die ausdrücklich für Ihre Steinart empfohlen sind, und testen Sie neue Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle.
- Mythos: „Wenn Naturstein matt ist, hilft kräftiges Schrubben – dann glänzt er wieder.“ Wahrheit: Starkes Schrubben kann Mikrorisse vertiefen und die Oberfläche weiter verschlechtern. Der richtige Weg ist: gründlich reinigen und – falls nötig – mit polierenden Verfahren den Glanz fachgerecht wiederherstellen.
Wenn Sie weitere Fragen haben oder eine Beurteilung Ihrer Natursteinflächen wünschen, ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Gerade bei empfindlichen oder stark verschmutzten Flächen hilft Fachwissen, um Schäden zu vermeiden und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie oft sollte man einen Natursteinboden reinigen?
Das hängt vom Nutzungsgrad ab. In Wohnräumen reicht meist wöchentliches Fegen/Saugen und gelegentliches nebelfeuchtes Wischen. In Küchen, Bädern oder stark genutzten Bereichen ist häufigeres Wischen sinnvoll. Wichtig ist, Verschüttetes sofort zu entfernen. Eine intensivere Unterhaltsreinigung mit Steinreiniger erfolgt je nach Bedarf, z.B. monatlich oder bei sichtbarer Verschmutzung. Für die langfristige Pflege kann alle paar Jahre eine professionelle Grundreinigung sinnvoll sein.
Welche Reinigungsmittel sind für Marmor und Granit geeignet?
Grundsätzlich eignen sich pH-neutrale oder mild alkalische Reiniger, die ausdrücklich für Naturstein vorgesehen sind (z.B. Steinseifen, passende Grundreiniger). Saure oder aggressive Haushaltsreiniger (Essigreiniger, Toilettenreiniger etc.) können Schäden verursachen und gehören nicht auf Naturstein. Bei Marmor ist besonders wichtig, dass das Produkt ausdrücklich für Kalkstein geeignet ist. Granit ist meist robuster, sollte aber ebenfalls nicht mit aggressiven Säuren, Bleichmitteln oder Scheuermitteln behandelt werden.
Können Hausmittel den Naturstein beschädigen?
Ja. Säuren wie Essig oder Zitrone können kalkhaltige Steine anätzen, Natron/Backpulver kann durch feine Abrasion den Glanz beeinträchtigen, und bleichende bzw. aggressive Mittel können Oberflächen und Farbe verändern. Auch Chlorreiniger, scharfe Allzweckreiniger und Bleichmittel sind ungeeignet. Sicherer sind lauwarmes Wasser und ein milder, steingerechter Reiniger – niedrig dosiert und bei Bedarf mit gründlichem Nachspülen.
Wann ist eine professionelle Grundreinigung sinnvoll?
Wenn hartnäckige Flecken oder Ablagerungen die normale Pflege überfordern oder der Glanz deutlich nachgelassen hat. Typische Anlässe sind Renovierungen (z.B. Zementschleier, Klebereste), starke Fett- oder Ölrückstände, Rostprobleme, ältere Böden mit „Schmutzschicht“ oder Außenflächen mit Grünbelag und witterungsbedingten Ablagerungen. Oft ist eine solche Behandlung nur alle paar Jahre nötig – abhängig von Nutzung und Zustand.
Wie bereite ich meine Wohnung vor der Natursteinreinigung vor?
Räumen Sie den Bereich möglichst frei: Möbel, Teppiche und Dekorationen beiseitestellen, damit die Fläche gut zugänglich ist. Auch Blumentöpfe und Elektrogeräte sollten entfernt werden, wenn möglich. Lose Gegenstände, die leicht verschmutzen können, ebenfalls wegräumen. Empfindliche angrenzende Böden können abgedeckt werden, damit keine Spritzer gelangen. Nach Absprache kann der Fachbetrieb kleinere Möbelstücke bewegen und Abdeckmaterialien mitbringen.
Wovon hängen die Kosten einer Natursteinreinigung ab?
Vor allem von Flächengröße, Verschmutzungsgrad und Steinart. Ein kleiner, glatter und regelmäßig gepflegter Boden benötigt weniger Aufwand als größere, poröse Flächen mit alten Flecken, Fettfilmen oder Bauschmutz. Auch Maschinen- und Personaleinsatz sowie mögliche Zusatzleistungen (Polieren, Imprägnieren) fließen in die Kalkulation ein. Regionale Unterschiede und Fahrtkosten können ebenfalls eine Rolle spielen. Ein verlässlicher Kostenvoranschlag ist meist erst nach Besichtigung möglich.
Was beinhaltet eine Natursteinreinigung im Preis?
In der Regel umfasst die Grundreinigung typische Leistungen wie Abdecken/Schützen nach Bedarf, Saugen bzw. Entfernen von losem Schmutz, Nassreinigung mit steingerechten Reinigern, Beseitigung kleiner bis mittlerer Flecken sowie ein sauberes Finish inkl. Trocknung/Abziehen und Endkontrolle. Maschinen, Reinigungsmittel und die Entsorgung von Schmutzwasser sind üblicherweise im Angebot berücksichtigt. Polieren und Imprägnieren können oft optional hinzugebucht werden.
Muss man Naturstein nach der Reinigung zusätzlich pflegen?
Abgesehen von einer optionalen Imprägnierung ist meist keine komplizierte Nachbehandlung nötig. Nach der Reinigung sollte die Fläche gut trocknen. Frisch behandelte Oberflächen sollten zunächst nur schonend genutzt und mit weichen Tüchern/Pads behandelt werden, bis alles vollständig durchgetrocknet ist (je nach Steinart kann das 1–2 Tage dauern). Danach ist die beste Nachpflege regelmäßige, sanfte Reinigung und das schnelle Entfernen von Verschüttetem. Eine erneute Imprägnierung ist sinnvoll, wenn der Schutz nachlässt.
Wann lohnt sich die Imprägnierung von Naturstein?
Immer dann, wenn Sie Schutz vor Wasser, Öl und Schmutz wünschen – besonders bei porösen Steinen (z.B. Sandstein, offenporiger Travertin) und in Bereichen mit hoher Belastung wie Küche, Bad oder Terrasse. Auch bei polierten Böden kann Imprägnierung die Reinigung erleichtern, weil Flüssigkeiten weniger tief eindringen. Häufig ist es sinnvoll, nach einer Grundreinigung direkt zu imprägnieren, um mit einem guten Schutz zu starten. Bestehende Imprägnierungen sollten je nach Nutzung regelmäßig geprüft und bei Bedarf erneuert werden.

